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Die “doppelte” Buchhaltung

Buchhaltung ist Mathematik. Einfachste Mathematik, könnte man denken. Die häufigste Operation ist die Addition: Aufwand und Ertrag werden separat zusammengezählt, die Differenz ergibt den Gewinn. Vielleicht gerade weil dies so einfach erscheint, findet man in der Fachliteratur wenige Angaben, welchen mathematischen Grundanforderungen ein Buchführungssystem genügen muss.

Ferner gibt es in der Praxis verschiedene Buchführungsstile, die sich insbesondere in der Art der Datenerfassung unterscheiden. In Europa wird auf einer Buchungszeile meistens nicht nur ein Konto und ein Betrag, sondern auch ein Gegenkonto erfasst. In den USA ist dagegen die einfache Buchungszeile mit nur einem Konto und einem Betrag verbreitet. In gewissen Fällen werden die Buchungszeilen mit einem gemeinsamen Gegenkonto (zum Beispiel Debitoren-Sammelkonto) verbunden, was eine Mischform zwischen den zwei Erfassungsarten ergibt.

Wir möchten die erstgenannte Variante als „doppelseitige Buchung“ („double sided booking“ beziehungsweise „DSB“) bezeichnen, die Zweitgenannte als „einseitige Buchung“ („single sided booking“ beziehungsweise „SSB“). sqlFinance unterstützt beide Erfassungsarten. Damit ist es möglich, in demselben Mandat in einer ersten Phase noch den doppelseitigen Buchungsstil weiterzuführen und sich gleichzeitig mit den Vorteilen einseitiger Buchungen vertraut zu machen.

Die „doppelte Buchhaltung“ („double entry book-keeping“ oder „double entry accounting“) ist im Mittelalter entstanden. Zu dieser Zeit wurden alle Daten noch von Hand auf Papier erfasst. Es ist offensichtlich, dass sich mit dem Einsatz der Informatik und insbesondere der relationalen Datenbanken heute andere Möglichkeiten ergeben.

Um den Ansprüchen der Regulatoren und der in dieser Frage vielfach unsicheren Kunden zu genügen, haben viele Hersteller die alten Gepflogenheiten in ihre Softwarelösungen übernommen. Möchte man aber das Potential der Informatik besser nutzen, ist es nötig, die mathematischen Anforderungen an ein Buchführungssystem klarer zu formulieren und das überlieferte Regelwerk in dieser Hinsicht zu überprüfen. Dabei lässt sich feststellen, dass dem Buchführer verschiedene Lösungsmöglichkeiten offen stehen, die es in Bezug auf Vor- und Nachteile in der Praxis sorgfältig abzuwägen gilt.

Es lohnt sich deshalb, sich die historische Entstehung der doppelten Buchhaltung ebenso wie die mathematischen Anforderungen an ein Buchführungssystem zu vergegenwärtigen.